Ein ganz normaler Trainingsabend
Bis alle Tänzer/innen eingetrudelt sind und jeder seine passenden Schuhe, bzw. seinen Tanzrolli hat, ist so einige Zeit vergangen. Da ertönt es: "auf geht's! Aufstellung! Schwingt die Hufe"! Nach Geplapper, Gelächter und "ich brauch' noch Luft in meine Reifen" steht fast jeder an seiner Position. Unsere Trainerin läuft auf und ab und schon ertönt die Musik. Der erste Durchgang ist meistens die reinste Katastrophe und die Trainerin fleht nach neuen Tänzern. Nach mehreren Durchgängen ist wieder unsere Formation erkennbar.
Noch ist die Haltung schlecht. Der eine sitzt im Rolli wie der "Glöckner", der andere hat Hände wie ein "U-Boot", oder wie ein "Schwan". Auch sind die Köpfe nicht oben, obwohl uns Claudia schon x-mal sagte, dass auf dem Boden keine 5-€-Scheine liegen. Ach wie schade!
Einige Tänzer, meistens Rollis, sind der Meinung, dass so einige Tanzschritte nicht umsetzbar sind. Da ertönt es: "geht nicht - gibt's nicht!" (ist das nicht ein Werbeslogan vom Praktiker-Markt?)
Und außerdem, wenn wir das 583mal tanzen, dann sitzt es auch. Da hat unsere Claudia gar nicht unrecht. Unmögliches wird möglich gemacht und nach vielen Wiederholungen klappt es auch. Immer wieder wird uns vermittelt, dass das Leben kein Picknick sei. Das Training setzt sich fort. Nach jedem Durchgang eilt ein anderer zu seiner Trinkflasche. Wehe einer fragt nach Pause, dann heißt es: "ich glaub' es hackt - jetzt wird erstmal was getan". Verschnaufpause gibt es, wenn die Rollis bzw die Fussis alleine einen Durchgang tanzen. So muss sich jeder selber konzentrieren und kann sich nicht auf seinen Partner stützen. Die Trainerin entscheidet, ob der Durchgang "mit oder ohne Störgerät" getanzt wird. Denn ohne Fussis oder Rollis hat man plötzlich soviel Platz, dass man nicht gestört wird. Gegen Ende des Trainings kommt es dann noch zu den Feinheiten. Jeder muss auf seine Haltung achten. Sitz ich aufrecht im Rolli, sind meine Schultern unten, sind die Brustwarzen nach vorne gerichtet und das Becken nach hinten! Auch mit der Linie (Reihe) nehmen wir es noch nicht so genau. Oft werden wir mit einem "in Magenschmerzen sich windenden Regenwurm" verglichen. Da soll man Linie halten können. Da bricht erstmal Gelächter aus. Noch zwei Durchgänge und wir sind am Ende des heutigen Trainings. Es war anstrengend, denn von nichts kommt nichts! Dank der super Sprüche, Verständnis und Toleranz unserer Trainerin hat es mal wieder sehr viel Spaß gemacht. Jeder von uns freut sich auf das nächste Training.
