| nationale
Impulse |
|
Der
Durchbruch
Jugendliche
begeistern sich
Lehrgänge,
Seminare, Workshops
Rock'n
Roll
Freestyle |
|
| |
|
| Durchbruch
im Jahr der Behinderten 1981
Ein
wesentlicher Durchbruch des Rollstuhltanzens in Deutschland war den Medien
zu verdanken, so u.a. bei der Eröffnung des Jahres der Behinderten
1981 in der Dortmunder Westfalenhalle bei Tanzauftritten mit der Spider
Murphy Gang und Einbeziehung von zuschauenden Rollstuhlfahrern und vor
allem auch Nichtbehinderten.
Großen Anteil hatte auch die ZDF Sendung „Treffpunkt Studio
3“ unter Leitung von Hans Mohl, wo sieben Rollstuhltanzpaare den
tänzerischen Integrationsgedanken bei Tanz und Interview verbreiteten.
Auch ein Auftritt in „Bio’s Bahnhof“ (ARD-WDR) trug
zur Verbreitung des Rollstuhltanzens bei.
Das
Jahr der Behinderten war für die nächsten Jahre der Auslöser
zu einer Vielzahl von Tanzauftritten von Formationen und Einzelpaaren
bei Veranstaltungen jeglicher Art, das ging von Einladungen in den Deutschen
Bundestag, zu Tanzsportveranstaltungen bis zu den internationalen Behindertentagen
nach Salzburg, die fast jährlich besucht wurden.
Nach dem Vorbild der Münchner Gruppe entstanden immer mehr Rollstuhltanzgruppen.
Ein Höhepunkt war sicher die 1987 weltgrößte Formation
mit 76 Tänzern aus Frankfurt, Herne, Kassel, Koblenz, München
und Wildbad.
|



|
| |
|
Jugendliche
begeistern sich für Behindertentanz
Die
Idee, auch behinderte Jugendliche für das Tanzen zu begeistern ging
auf das Jahr 1975 zurück als sich vier an der Gymnaestrada teilnehmende
Sportstudentinnen entschlossen, ihre wissenschaftlichen Hausarbeiten über
das Tanzen mit Blinden, Gehörlosen und Körperbehinderten in
Zusammenarbeit mit den existierenden drei Bayerischen Landesschulen zu
schreiben. Der „VII. Kongress für Leibeserziehung“ 1976
und eine Großdarbietung mit 20 Blinden, 20 Gehörlosen und 16
Rollstuhlfahrern zusammen mit 56 nicht behinderten Schülern beim
Olympiatag 1979 sowie mit 14 Münchner Rollstuhltanzpaaren bei einer
Veranstaltung der KMK und des Deutschen Sportbundes in Wiesbaden 1981
sowie viele weitere gemeinsame Aktionen zwischen den beteiligten Schulen
verhalfen dem tänzerischen Integrationsgedanken bei Jugendlichen
zu einem Durchbruch.
|


|
| |
|
Lehrgänge,
Seminare, Workshops
Der
erste Einführungslehrgang für Rollstuhltanz wurde 1983 in München
organisiert. Außerdem wurde Rollstuhltanz ab 1986 in die Ausbildung
der Diplomsportlehrer bzw. -sportwissenschaftler an der Technischen Universität
aufgenommen. Ab Mitte der 1980er Jahre waren Münchner Referenten
bei vielen Lehrgängen, vor allem bei den Bundestreffs in Flörsheim
eingebunden. An der Strukturierung der ersten DRS-, später DBS-Bundeslehrgänge
für Übungsleiter und C/B-Trainer von 1988 bis 1995 waren maßgeblich
Dr. Gertrude Krombholz und Dr. Markus Zimmer beteiligt. Zusammen mit weiteren
Referenten wie Karin Bögle, Astrid Leis-Haase, Vera Dill und Herbert
Rausch konnten schließlich mehr als 100 Personen zum Übungsleiter,
C/B-Trainer oder „Tanzleiter“ ausgebildet werden.
Auch an der Erstellung des Deutschen Rollstuhl-Tanzprogramms (DRTP), das
die Mindestvoraussetzung für die Zulassung zur Übungsleiter
und Tanzleiterausbildung war, und des Deutschen Rollstuhl-Tanzabzeichen
(DRTA) waren die Münchner beteiligt.
Die
Ausbildungs- und Prüfungsinhalte wurden zunächst den vorhandenen
DRS/DBS-Regularien angeglichen, später bei der Einführung des
„Fachübungsleiter Breitensport DTV mit Profilbildung Rollstuhltanz“
auf die Richtlinien des Deutschen Tanzsportverbandes abgestimmt. 1998
wurden die Ausbildungs- und Prüfungsrichtlinien für Rollstuhltanz
in Zusammenarbeit mit dem Landes-Tanzsportverband Bayern e.V. durch das
Bayerische Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft
und Kunst anerkannt.
|


|
| |
|
|
Diese
Art des Tanzens hatte sich sehr schnell als beliebteste Tanzart herauskristallisiert,
da hierbei der Rolli am besten seine Fähigkeiten mit schnellen Drehungen
und Armaktionen umsetzen konnte.
Die Faszination des Rock’n’Roll-Stils im Allgemeinen Münchner
Hochschulsport (Sportstudenten stellten 1981 den Amateur und Professional
Weltmeister) griff auch auf die Rollis über. Ihre Tanzpartner stammten
weitgehend aus dieser tanzfreudigen Rock’n’Roll-Gruppe. So
wurden von 1982 bis 1984 die drei ersten Deutschen Rollstuhl Rock’n’Roll-Turniere
durchgeführt sowie international der „EUROPA CUP ’84
im Rock’n’Roll für Rollstuhltänzer“.
Die Überlegenheit der Münchner Tanzpaare war so groß,
dass sich in den weiteren Jahren nur noch wenige Anhänger im deutschen
und internationalen Feld fanden, die zu solchen Turnieren antreten wollten.
Die Tanzart übt bis heute ihre Faszination vor allem im freien Tanzen
und in Formationen aus.
|


|
| |
|
|
Neue
Ausdrucks- und Bewegungsmöglichkeiten ergaben sich in gemeinsamen
gestalterischen Aktionen zwischen Nichtbehinderten und Rollstuhlfahrern
im Freestyle Dancing. Mit Bewegungsphantasie wurden individuelle Ausstrahlung
und Experimentierfreude geweckt, und dies auch in unterschiedlichen Interaktionen
mit dem Partner.
Vielfältige, ausdrucksstarke Möglichkeiten des Rollstuhltanzens
gestalteten anfangs besonders Ruth Knor mit ihrem Partner Wolfgang Simon
und ihrer Partnerin Vera Dill, die mit ihren verschiedenartigen Tanzstudien
bahnbrechende Impulse im In- und Ausland gaben.
Darüber
hinaus wurde die Münchner Tanzgruppe Wegbereiter der ersten Freestyle-Turniere,
wie beim Sopur Cup 1991 in Flörsheim bei Frankfurt anlässlich
des Rollstuhltanz Bundestreffs, beim Internationalen Freestyle und Formations-Wettbewerb
1992 in Neuwied bei Koblenz und bei der 1. und 2. German Open Freestyle
in München.
|


|
|
|