Grease is the world

Welttanzgala 2002

Mit Begeisterung und Esprit gewannen die Mitglieder der Rollstuhllateinformation mit ihrer Interpretation von "Grease" die Herzen des Badenser Publikums.

Einen wunderschönen Guten Tag! Mein Name ist Beitz, Astrid Beitz. Lassen Sie sich mitnehmen in die Welt des Rollstuhltanzes des Jahres 2002 – vom ersten Kontakt bis zur Welttanzgala.
Als im Oktober 2001 die Münchner Sportaktionstage in der Rudi-Sedlmayr-Halle stattfand, kamen Margit Quell, Abteilungsleiterin und Kind der ersten Stunde im Roll-stuhltanz des USC München und Claudia Kimich, Präsidentin des Grün-Gold- Clubs München ins unverfängliche Gespräch über den Tanzsport als solchen. Eigentlich wollten die Fussis ja nur am Basictrainig des GGC teilnehmen aber so wie die Jung-frau zum Kinde kam, so kam die Lateinformation zu einer neuen Trainerin und C. K. ("Hab eh grad nix zu tun!") zu einer neuen Formationstruppe.
C. K., aus dem "normalen" Tanzsport kommend, machte sich nun auf zu neuen U-fern, adaptierte Gutes aus dem Fußgängertanz für Rollstuhlfahrer und suchte nach passender Musik, auf dass sich die Lateinformation reißerisch präsentieren könnte. In die musikalische Endausscheidung kamen "Queen" und "Grease". "Grease" ge-wann aufgrund der knalligen Musik und dem entsprechenden Bekanntheitsgrad, denn es "schadet schließlich nix, wenn das Publikum mitsingen kann, gell" (C.K.). Der Anspruch, den zuerst Trainerin, schnell aber auch Tänzer an sich stellten: "Geht net, gibt's net", versprach viel Schweiß und Arbeit. Aber - wie war's bei scheinbar zu schwierigen Bildern und Figuren? Tja, erst "wenn das nicht beim 500. Mal klappt , dann können wir über Veränderungen nachdenken." Keiner brauchte 500 Mal!
Mit diesen Voraussetzungen trainierten alle durch die Jahreszeiten, und sie trainier-ten viel, .... Freitags zwei Stunden Choreographie, Durchlauf, getrennt nach Fussis, Rollis und natürlich beiden zusammen. Dann Trainingswochenenden z. B. in Unter-joch/Allgäu (3 Tage) mit 8 Trainingseinheiten von bis zu 4 Stunden Dauer. Am Ende spürten die Fussis ihre Füße nicht mehr, die Reifen dampften, aber die Choreografie stand.
Mit diesem Ergebnis begaben sich am 15. 11. alle nach Baden-Baden.

Freitag Anreise - 19: 30 Stellprobe

Samstag -8: 30: Frühstück,
11: 30 Treffen in der Halle; Besprechung letzter Einzelheiten
16: 00 Schminken (Innerhalb weniger Stunden verwandelten sich alle Damen in Sandra Dee und alle Herren in John Travolta.)
20 Uhr Galabeginn

Da standen sie nun alle -geschniegelt und gespornt, mehr oder weniger nervös- doch ein Rückzieher kam ja nicht in Frage, also raus auf die Fläche – und Oh!, Ah!: Die Rollis fuhren mit einem pinkfarbenen Cadillac ein, den unter der kreativen Leitung von Sonja einige Formationsmitglieder mit viel Liebe und Geduld angefertigt haben.

Mit Songs wie "Your're The One That I Want", "Summernights" und "We go together" und vielen anderen sprangen letzte Unsicherheiten von den Tänzern und die Funken der Begeisterung auf das Publikum über. Cha-Cha, Rumba, Samba und Jive waren genauso deutlich zu erkennen und zu definieren wie bei allen anderen angetretenen Weltmeistern. Einen extra Szenenapplaus erhielt das Wiener Walzer Solo mit integ-riertem Überschlag.

Mit dem Ausmarsch der Formation konnte überall im Saal vernommen werden wie beeindruckt das Publikum von der Leistung der Tänzer war. "Überraschend, ganz großartig, unglaublich" sind nur einige von den Eindrücken, welche die tänzerische Leistung bei den Zuschauern hervorriefen.

Woher ich das alles weiß? Ich habe alles hautnah miterlebt. So als "persönliches Maskottchen" der Trainerin freute sich die Telekom über die Standleitung zwischen C. K. und mir. Ich habe das Hin und Her, das Für und Wider der Choreografieent-wicklung erduldet, lauschte geduldig allen Musikangeboten, -schnitten und – ver-schnitten, fuhr zu Trainingseinheiten um zu sehen und zu tanzen, worüber wir uns den Kopf zerbrochen haben und begleitete letztendlich die ganze Truppe nach Ba-den-Baden um meine Schminkfertigkeiten zu vervollkommnen, gute Laune zu verbreiten und als neckischer Fixpunkt während des Auftritts vom Rang aus "alle Bei-ßerchen und strahlende Augen zu sehen".
Und noch etwas!

1. Jetzt wird sich nicht etwa ausgeruht. Weitere Projekte sind in Planung, deren Durchführung nicht lange auf sich warten lassen wird.
2. Die Formation wünscht sich sowohl füßelnde als auch rollende Tanzverstärkung.
3. Die Lateinformation hat noch Showtermine frei! Die Show gibt's nirgendwo an-ders!
4. Der Qualitätsanspruch der Formation an ihre Leistung steigt ständig und ist in seiner Darstellung durch die Tänzer einzigartig.

(Astrid Beitz)

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